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Test Shavent Rasierer

Von Andreas am 20. Januar 2022
Hier mein kleiner Erfahrungsbericht zum Shavent Rasierer und möglichen Alternativen.

Sicher kein reines Fotografiethema, aber eine gute Rasur kann auch bei einem Fotografen nicht schaden ;) Wobei das auch kein reines Männerthema ist, denn der Shavent ist auch für Frauen geeignet.

Ich rasiere mich seit über 30 Jahren mit den sogenannten Systemrasierern von z.B. Gillette, also den aus der Werbung bekannten Rasierern mit 2 oder mehr Klingen. Das es noch andere Möglichkeiten gibt - wie ich sie früher noch von meinem Vater kannte - war mir offen gesagt gar nicht mehr bewusst.

Der Shavent aus der Höhle der Löwen hat erstmals wieder mein Interesse auf die Rasur gelenkt. Hier wurde vor allem der Umweltgedanke in den Fordergrund gestellt, denn die Köpfe von den Systemrasierern aus Plastik und Metall lassen sich wohl nicht recyclen. Zudem sind die Klingen bei den Systemrasierern ein Kostenfaktor, sodass ein Kopf schnell zwischen 2 und 4 Euro kostet.

Der Shavent: Mischung aus Rasierhobel und Systemrasierer

Shavent Systemrasierer Rasierhobel
Shavent Systemrasierer Rasierhobel

Ich weiß nicht, ob die Bezeichnung "Mischung" richtig ist, aber ich glaube er soll tatsächlich zwei Welten verbinden. Vom Systemrasierer ist man das Mehrklingensystem gewohnt und den Schwingkopf, der eine sanfte unnd gründliche Rasur bringen soll.

Der Rasierhobel oder auch Safety Razor genannt steht für die klassische Rasur mit einer Klinge, die an zwei Seiten scharf ist, sogenannte Double Edge Klingen.

Der Shavent benutzt nun keine Double Edge Klingen, sondern Single Edge, also quasi eine halbe Klinge und davon drei Stück, wie auch viele Systemrasierer. Zudem hat er im Gegensatz zu einem Rasierhobel, der einen festen Kopf hat, einen Schwingkopf.

Es gibt scheinbar tatsächlich nur wenige Rasierer auf dem Markt, die dies beides so wie der Shavent verbinden.

Der Vorteil ist also, dass man hier Standardklingen nutzen kann, wo 100 Stück um die 6 Euro kosten. Man liegt bei einem Set aus drei Klingen eher bei 20 Cent als bei 2 - 4 Euro wie beim Kopf eines Systemrasierers. Je nachdem wie viele Klingen man beim Systemrasierer im Jahr verbraucht kann sich das rechnen. Zudem hat man eine riesige Auswahl an Anbietern von Klingen und kann Qualität und Schärfe selber bestimmen.

Der Shavent - Preis und Lieferumfang

Wenn man von dem Preis der Klingen absieht, kostet der eigentliche Rasierer bei den Systemrasierern nur wenige Euro. Auch Rasierhobel von Marken wie Mühle gibt es ab 30 Euro.

Der Shavent ist somit mit einem Preis von etwas über 100 Euro nicht billig, wird aber dafür auch gleich mit einem Ständer geliefert. Optional kann man gleich ein Paket mit Zubehör wie Klingenbox oder Reise-Etui bestellen.

Bis sich neben dem Umweltgedanken ein echter Preisvorteil durch die günstigeren Klingen ergibt, kann es also je nach Verbrauch etwas dauern.

Shavent - Erster Eindruck und Praxis

Shavent Reinigung
Shavent Reinigung

Der Shavent macht einen gut verarbeiteten Eindruck, ist aber im Vergleich zu einem Systemrasierer größer - das betrifft sowohl die Länge, als auch vor allem den Kopf. Man wird sich also zunächst an die Größe gewöhnen müssen und der Griff ist mit nassen Händen auch nicht so gut zu halten, sodass man diese vor der Rasur trocknen sollte. Das ist auch bei vielen Rasierhobeln viel besser gelöst. Auch vom optischen faktor finde ich den Shavent eher zweckmäßig als schön.

Die eigentliche Rasur geht aber nach kurzer Eingewöhnung sehr einfach und problemlos. Nur an bestimmten Stellen kann der Shavent etwas schwieriger durch seine Größe sein, wie z.B. unter der Nase.

Man sollte sicher zunächst etwas vorsichtiger rasieren als mit einem Systemrasierer, aber eigentlich habe ich in der Praxis kaum einen Unterschied festgestellt.

Der Shavent ist wie schon eingangs geschrieben nicht nur für Männer, sondern kann auch von Frauen für die Ganzkörperrasur genutzt werden. Dafür ist er aufgrund seiner Größe tatsächlich ganz gut geeignet.

Was etwas mehr Arbeit macht, ist die Reinigung des Shavent, auch im Vergleich zu einem klassischen Rasierhobel. Es sammelt sich schnell Rasierschaum zwischen den Klingen, sodass man dies spätestens beim Wechsel der Klingen die Trennscheiben und den Kopf einmal reinigen sollte. Zudem sammeln sich auch schnell Haare im Rasierkopf, insbesondere bei der Ganzkörperrasur. Bei mir bildet sich auch etwas was wie Flugrost aussieht. Laut dem Shavent Team kann das nicht vom Shavent, sondern vom Wasser kommen - habe ich komischerweise aber nur beim Shavent und sonst bei keinem anderen Rasierer.

Der Wechsel der Klingen geht aber sehr einfach, ist aber deutlich aufwändiger als bei einem Rasierhobel und natürlich erst recht als bei einem Systemrasierer.

Ob man nun weiterhin Rasierschaum aus der Dose nutzt oder auch hier den Weg über Rasierseife oder Rasiercreme und Pinsel geht ist einem freigestellt. Auch hier muss man sagen, dass Rasierseife aufzuschäumen sicher ein paar Minuten länger dauer als auf die Dose zu drücken, aber auch hier kann man sowohl unter Umwelt- als auch Preisgesichtspunkten wechseln. Eine Topf Rasierseife z.B. von Proraso für rund 5 Euro hält gefühlt ewig.

Fazit

Wer keinen zusätzlichen Zeitaufwand bei der Rasur ggü. einem Systemrasierer in Kauf nehmen will, für den ist der Shavent vermutlich nur bedingt geeignet. Wer bereit ist sich für die Rasur wieder etwas mehr Zeit zu nehmen, der wird vermutlich gefallen an dem Shavent und evtl. auch an einem Rasierhobel finden ggf. kombiniert mit dem Umstieg auf Rasierseife / Rasiercreme und Pinsel.

Ob es nun der Shavent oder ein Rasierhobel um die 20 oder 30 Euro wird, macht für mich keinen so großen Unterschied. Der Shavent ist noch etwas einfacher in der Anwendung und führt ggf. schneller zu einer sehr guten Rasur, dafür ist der Rasierhobel kleiner, günstiger zu bekommen, einfacher in der Reinigung und Klingenwechsel und die Auswahl ist riesig. Ggf. ist der Shavent für die Ganzkörperrasur und/oder für Frauen noch besser geeignet, als ein Rasierhobel. Preise haben beim Rasierhobel natürlich nach oben auch kaum eine Grenze. Von dem reinen Rasierergebnis stelle ich zwischen meinem 20 Euro Rasierhobel und dem Shavent zumindest keinen Unterschied fest - der Rasierhobel ist an einigen Stellen sogar aufgrund seiner Größe einfacher einzusetzen.

Ich bin nun über den Shavent zum Rasierhobel gekommen, nutze den Shavent aber trotzdem noch gern. Für mich ein guter Einstieg in eine "andere" Art der Rasur. Man kann den Shavent dabei natürlich auch auslassen und gleich einen Rasierhobel nehmen. Beides führt zu dem Effekt eine etwas umweltbewusstere und auch günstigere Rasur zu haben.

Man bekommt aber auch schnell Spaß an dieser klassischen Rasur und kauft sich SEifen, Pinsel und ggf. andere Rasierhobel, sodass der Preisvorteil schnell schwindet ;)

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