Wie schon beim Kamera Holster Gurt von Andoer / Maboto, handelt es sich hier um ein System, dass dem Spider Holster nachempfunden ist und zwar der Version ohne Gürtel. Diese hat bei Spider die Bezeichnung Spider Light Camera Holster und ist für leichtere Kameras gedacht.

Die Halterung wird beim LYNCA Kamera Holster an dem Gürtel befestigt, ein extra Gurt ist also nicht erforderlich. Dieser wird jedoch bei Bedarf zusätzlich angeboten. Ich wollte aber ganz bewusst eine Version ohne extra Gurt, die man auch mal schnell spontan nutzen kann, zum Beispiel auf einer Radtour.

Vom Aufbau unterscheidet sich der LYNCA jedoch schon vom Spider Light, sodass es keine direkte Kopie ist.

Lieferumfang & Verarbeitung

Der Lieferumfang in dem kleinen Karton ist überschaubar – Holster und Bodenplatte, das war es. Die Verarbeitung scheint soweit in Ordnung. Keine Scharfen Kanten oder sonstige Auffälligkeiten.

Praxis

Ich habe den Holster von LYNCA mit einer Sony RX10 und Fuji X-T1 und XF 10-24 getestet. Beide haben jeweils um ein Kilo Gewicht.

Der eigentliche Holster hat eine Positiv- und Negativ-Seite und wird mit einem Drehrad am Gürtel zusammengeschraubt. Der Holster wird also nicht einfach angeklemmt, wie es beim Spider Light ist, sondern am Gürtel festgeschraubt. Das ging bei mir recht schwerfällig, weil die Schraube nur gut reinzudrehen geht, wenn sie gerade sitzt. Am besten den Gürtel ein Stück rausnehmen, den Holster leicht zusammengeschraubt in den Gürtel schieben und an der entsprechenden Stelle festschrauben. Wenn er fesgezogen ist, macht das einen guten uns sicheren Eindruck. Man kann den Holster eigentlich auch durchgängig dran lassen, da er kaum stört.

Die Bodenplatte ist Arca Swiss kompatibel und sollte daher von den Maßen ähnlich sein, wie sie vom Spider Light. Die Platte hat einen langen Schlitz, sodass die Platte unterschiedliche Positionen festschrauben kann. Die Schraube der Platte kann ohne Schraubenzieher festgezogen werden.

Sobald die Kamera mit der Platte im Holster ist, wird diese gesichert und muss mit einem Druckschalter an der Seite des Holsters wieder entsperrt werden. Mehrere Optionen der Sperrzustände, wie beim Spider, gibt es hier nicht.

Ich habe den Holster von LYNCA ca. eine Stunde mit der RX10 am Gürtel gehabt. Ich habe schon deutlich gespürt, dass hier etwas an der Hose zieht. Mit noch mehr Gewicht hätte ich da Bedenken im Freien zu stehen 😉 Das mag aber jeder anders empfinden und hängt sicher vom generell Sitz der Hose mit Gürtel ab. Ich habe schon Videos gesehen, wo das so mit DSLR und großem Tele genutzt wurde.

Ansonsten ist es recht praktisch die Hände frei zu haben, aber die Kamera ist ggü einer Umhängetasche oder Holster nicht geschützt und beim Sitzen nimmt man sie ab besten aus dem Holster. Auch so muss man immer bisschen im Blick haben, dass rechts oder links noch die Kamera dran ist und man nirgends gegen läuft, wenn man das in engen Räumen nutzt.

Auch auf einer Fahrradtour hat sich der Holster von LYNCA gut gemacht. Ich hatte hier Fuji DSLM mit einem 10-24 Zoomobjektiv dabei, was beides zusammen rund einen Kilo wiegt. Hier habe ich den Holster als sehr praktisch empfunden, selbst auf dem Rad konnte man die Kamera im Holster lassen, ohne das dies gestört hat.

Fazit

Ich vermute – direkten Vergleich habe ich nicht – dass der Spider Light noch hochwertiger verarbeitet ist und zudem ein paar Funktionen mehr bietet. Auch hier muss man jedoch wieder den enormen Preisunterschied sehen: Der Spider Holster Light kostet mit Bodenplatte und Halterung für den Gürtel rund 115,- Euro. Der LYNCA Kamera Holster ist für ca. 25,- Euro zu bekommen und erfüllt aus meiner Sicht seinen Zweck.

Ob man das letztendlich besser als eine Tasche oder Crossover-Gurt findet, ist denke ich Geschmackssache. Mit leichten Kameras finde ich das schon eine gute Lösung, die ich sicher öfters nutzen werden. Bei deutlich mehr als einem Kilo Gewicht wäre mir der Zug am Gürtel zu groß, aber wie schon geschrieben, wird das ggf. jeder anders empfinden. Für den Einsatz mit leichter DSLM ist es auf jeden Fall ab und zu sinnvoll, insbesondere auf einer Radtour.

Gerade der günstige Preis macht den LYNCA zum ersten Ausprobieren dieser Art der Kamerahalterung interessant. Auf den Spider kann man dann immer noch upgraden, wobei ich das hier noch weniger notwendig empfinde, als bei dem Gurt von Andoer.

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