Für ein Wochenende hatte ich erstmals die Möglichkeit eine Messsucherkamera von Leica auszuprobieren, mit der M10 sogar das aktuelle Modell. Ich hatte bisher keinerlei Erfahrung mit diesem Typ Kameras und kann die aktuelle M10 auch nicht mit den beliebten Vorgängern wie die M240 vergleichen.

Messsucherkameras gab es bereits in den dreiziger Jahren. Im Massenmarkt sind sie aber seit Einführung des Autofokus verschwunden. Leica baut immer noch ihre Leica M, die nach wie vor den Messsucher hat, je nach Modell kombiniert mit digitaler Technik.

Im Sucher wird neben einem Leuchtrahmen, der anzeigt welcher Bereich auf dem Foto zu sehen ist, auch ein kleines Schnittbild eingeblendet, dass zum Fokussieren dient – einen Autofokus sucht man an der Leica M also vergeblich. Über den Live-View ist ein Fokus Peaking implementiert, wie man es auch von Systemkameras kennt, über den Sucher ist das aber nicht verfügbar.

Wenn man unbewegte Motive mit dem Schnittbild fokussiert geht das gut und schnell. Bewegte Motive fand ich extrem schwierig so zu fokussieren, ist aber sicher auch etwas Übungssache.

Von der Ausstattung oder auch Bedienung ist die Leica bewusst sehr reduziert gehalten. Es gibt ein Einstellrad für die Belichtungszeit und zusätzlich ein kleines für die ISO Einstellung. Zudem ein belegbares Einstellrad zum Beispiel für die Belichtungskorrektur. Im Sucher gibt es auch nur einen Wert, der einem neben dem Leuchtrahmen und Schnittbald in rot eingeblendet wird.

Was ist nun der Vorteil dieses Systems ggü. Kameras mit Autofokus? Gegenüber den üblichen Spiegelreflexkameras sind Leica Kameras und vor allem die Objektive viel kleiner. Bei aktuellen Systemkameras relativiert sich das je nach Modell etwas, trotzdem sind die Objektive kleiner, sicher auch wegen dem fehlenden Autofokus.

Über die Qualität einer Leica Kameras und auch der Objektive muss man nicht viele Worte verlieren, die ist grundsätzlich ausgezeichnet.

Wie schlägt sich die Leica im Vergleich zu einer System Kamera oder DSLR?

Ich hatte zum Test die M10 mit einem SUMMARIT-M 50mm 1:2,4 zur Verfügung. Auch wenn das Objektiv vermutlich nicht mal eines der Top Modelle ist, empfinde ich die Qualität als sehr gut. Man muss aber dazu sagen, dass auch dieses Objektiv bereits rund 2.000 Euro kosten würde.

Die Qualität der Fotos ist wie erwartet sehr gut. Einen großen Unterschied zu guten Linsen von Sigma oder Canon konnte ich aber nicht feststellen, außer natürlich von der Größe.

Fazit

Es macht ohne Zweifel viel Spaß mit der Leica M zu fotografieren und in bestimmten Bereichen der Fotografie ist die Leica sicher eine tolle Lösung, da es ein kompaktes und qualitativ sehr gutes System ist. Es ist aber natürlich auf bestimmte Anwendungsbereich begrenzt.

Man muss aber zweifellos auch eine Menge Kompromisse eingehen. Der Telebereich lässt sich nur schwer bis gar nicht mit der Leica M umsetzen. Auch im starken Weitwinkelbereich benötigt man zusätzliche Hilfsmittel.

Auch eigentlich einfache Sachen wie ein Dioptrienausgleich gehen an einer Leica M nur mit teurem Zubehör.

So viel Spaß es auch macht mit einer M zu fotografieren, man muss auch die Kosten sehen. Für eine “einfache” Grundausstattung von Leica M und zwei Festbrennweiten ist (mir) die Investition einfach viel zu hoch.