Ich mag sehr gern Architektur fotografieren und Weitwinkel kann man dabei meist nicht genug haben. Fuji hat dafür mit dem 10-24 bereits lange ein sehr gutes Objektiv im Programm, aber es endet eben umgerechnet auf Kleinbild „bereits“ bei 15 mm. Das reicht für sehr viel aus, aber manchmal wünscht man sich eben mehr.

Bereits nach der ersten Ankündigung des Fuji XF 8-16 mm F 2.8 vor rund einem Jahr habe ich ungeduldig auf das Erscheinen gewartet.

Einen ersten Dämpfer bekam die Vorfreude im September, als Fuji neben dem Erscheinungstermin und den Preis bekannt gegeben hat – knapp 2.000 Euro. Bisher war nur das 100-400 in diesem Preisbereich.

Nun ist es endlich auf dem Markt und es gibt leider nur wenige Testberichte. Von den bekannten Portalen ist es vorwiegend Lenstip, die aktuell einen Bericht online haben, der nicht nur positiv ausfällt.

Messen lassen muss sich das Fuji 8-16 zudem an den schon länger auf dem Markt verfügbaren 12-24mm Linsen aus dem Kleinbildbereich von Sigma, Canon und Sony, die fast alle günstiger sind, wenngleich auch nicht so lichtstark.

Ich hatte nun Gelegenheit das Fuji 8-16mm einmal auszuprobieren und es zudem mit dem 10-24 zu vergleichen. Wie immer sind das bei mir keine technisch ausgeklügelten Testbedingungen, sondern ich habe einfach mit beiden Linsen fotografiert und das auch ohne Stativ. Die Ausschnitte sind daher nicht ganz identisch.

Zudem basiert alles Nachfolgende auf den ersten paar Fotos. Ich werde vermutlich noch weitere Vergleiche anstellen, zum Beispiel mit einem Canon TS-E 17.

 

Haptik und Ausstattung

Das Fuji 8-16 2.8 ist ein ganz schöner Klopper, den man in der Fototasche deutlich merkt. Wenn man die ganze Serie mitnimmt, also 16-50 2.8 und 50-140 2.8, hat man richtig zu schleppen und hat zudem ordentlich Volumen dabei, das sich nicht mehr so sehr von Kleinbild Linsen unterscheidet. Ggü. dem 10-24 ist es fast das doppelte an Gewicht und auch vom Volumen deutlich mehr.

Die Linse ist sehr hochwertig verarbeitet und besitzt einen speziellen Deckel und eine fest integrierte Streulichtblende. Freunde von Filtern müssen also was einfallen lassen. (Update: von Lee gibt es bereits eine Filter-Halterung)

Wie meist üblich bei Ultraweitwinkellinsen ist diese stark gewölbt. Meist sind die Linsen daher sehr anfällig für Streulicht. Bei meinem TS-E hat mir das so einige Fotos kaputt gemacht, da diese voll von Lensflares waren. Das TS-E hat aber auch keine Streulichtblende.
Wie gut das beim Fuji 8-16 funktioniert muss sich in der Praxis zeigen.

Bildqualität

Oftmals hängt das Ergebnis in Sachen Bildqualität von dem Modell ab. Meine Einschätzung und Bewertung muss daher nicht generell gültig sein und basieren wie bereits geschrieben auf ganz einfachen Praxisvergleichen.

Bei ersten Vergleichen mit dem XF 10-24 empfinde ich das XF 8-16 im Randbereich schärfer, wobei dies maßgeblich von der Brennweite abhängt. Im Bereich von 16mm (24mm KB) empfinde ich den Unterschied deutlich größer, als bei 10 mm (15 mm KB)

Lohnt sich der Kauf?

Sicherlich die wichtigste, aber auch schwierigste Frage, da das natürlich immer sehr subjektiv ist, was sich für einen lohnt.

Generell muss man bereit sein das Gewicht und das Volumen an der Fuji zu nutzen. Viele emfinden bereits eine X-H1 als zu groß und die bietet bei solche einer Linse eher Vorteile im Handling. Wer gern Filter nutzt wird mit dem Fuji 8-16 auch zunächst Probleme haben – bisher habe ich nur von Lösungen gelesen, die auf einber komnpletten Veränderung der Gegenlichtblende durch absägen basieren – sicher nicht wirklich eine Lösung bei der 2.000 Euro Linse. (Update: von Lee gibt es bereits eine Filter-Halterung)

Brennweite
Der einfachste Aspekt sind die zusätzlichen 2 mm die man bekommt (bezogen auf Fuji Linsen, Loawa gibt es noch mit 9mm).

Hier kann jeder selber leicht beurteilen, ob er die braucht und bereit ist dafür den Preis zu zahlen. Wie sich zusätzliche 2 mm auswirken, habe ich unten in den Vergleichsbildern aufgeführt.

Lichtstärke
Lichtstärke von 2,8 hat für mich bei der Linse einen sehr untergeordneten Grund bei der Kaufüberlegung gespielt. Allerdings kann man mit Blende 2.8 und dem Stabi der X-H1 schon ein paar mehr Sachen aus der Hand fotografieren.

Bildqualität
Erscheint mir wie bereits geschrieben generell etwas besser als beim 10-24, jedoch hängt der Unterschied auch von der Brennweite ab. Ich muss aber auch dazu sagen, dass die Unterschiede wirklich nicht riesig sind und man diese nur beim Zoom in das Bild erkennen kann – bezogen zumindest auf meine beiden Modelle.

Ich habe noch keine abschließende Meinung zu der Linse. Ich stimme aber auch vielen Leuten im Netz zu, dass Fuji den Preis recht hoch angesetzt hat. Eventuell wird sich dieser im nächsten jahr durch eine Cashback-Aktion etwas reduzieren.

Ich denke viele werden nach wie vor mit dem Fuji 10-24 gut weiterleben können.

 

Bilder mit dem Fuji XF 8-16 findest Du bei den Beispielbildern.

 


 

Hier die ersten Vergleichsbilder

Fuji XF 8-16 16mmFuji XF 10-24 16mm

Foto mit XF 8-16 aufrufen      Foto mit XF 10-24 aufrufen

 

Fuji XF 10-24 10mmFuji XF 8-16 10mm

Foto mit XF 8-16 aufrufen      Foto mit XF 10-24 aufrufen

 

XF 8-16mm mit 10mm Brennweite

XF 8-16mm mit 10mm Brennweite

XF 10-24 mit 10mm Brennweite

XF 10-24 mit 10mm Brennweite

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brennweitenvergleich 8mm zu 10mm

Fuji XF 10-24 mm mit 10mm BrennweiteXF 8-16mm mit 8mm Brennweite

 

Beispielbilder

 

Weitere Bilder mit dem Fuji XF 8-16 findest Du bei den Beispielbildern.